Kontakt

Kathodischer Korrosionsschutz für sichere Betonbauten

In vielen Tiefgaragen und Parkhäusern mit Stahlbeton lauern wahre Zeitbomben, die den verantwortlichen Immobilienbesitzern und –betreibern in den meisten Fällen nicht bewusst sind. Von Chlorid durch Streusalz korrodierende Stähle im Inneren von tragenden Pfeilern und Parkflächendecken sind nämlich von außen nicht erkennbar und der Rostfraß verzehrt die stützende Versteifung ohne warnende Signale: die Bauwerke sind nicht mehr tragbar und können im schlimmsten Fall in sich zusammenbrechen.

 Dabei handelt es sich nicht um die üblichen Betonschäden, die an vielen Gebäuden zu sehen sind. Bei dieser Form der Korrosion gewinnt der Stahl durch die Bildung von Oxid an Volumen und sprengt den Beton ab. Diese Schäden sind leicht erkennbar und können unter Beobachtung gehalten werden.

 Im Unterschied dazu ist eine durch Chlorid bedingte Korrosion am Stahlmaterial verzehrend. Das als Lochfraß bekannte Phänomen führt dazu, dass sich der Stahl durch einen Stromfluss im Material völlig auflöst und letztendlich nicht mehr zur Verfügung steht. Zu welchen Folgen diese Auflösung unter Umständen führen, kann man sich mit einem einfachen Beispiel vor Augen führen: Man versieht einen Wackelpudding mit einem Stützgeflecht und stürzt ihn auf eine Unterlage...

Der Wackelpudding bleibt stehen und verfügt über Stabilität. Entfernt man aber das Stützgeflecht, fällt der Pudding sofort um. Genauso verhält es sich, wenn der Bewehrungsstahl im Inneren von Betontrageteilen nicht mehr zur Verfügung steht: Die Standfestigkeit des Betons ist nicht mehr gegeben.

Klassisch ist das ein Fall für eine extrem aufwändige Betoninstandsetzung, die im Wesentlichen nach dem Verfahren „Notabstützung, Abtrag, Reprofilieren“ abläuft. Dieser Vorgang ist außerordentlich laut, schmutzig und verursacht viel Schmutzwasser. Die Alternative ist, solange die Tragfähigkeit des Bauwerks noch gegeben ist, ein „Kathodischer Korrosionsschutz“. Dieser dient ausschließlich dem Korrosionsschutz bei Korrosion unter Chlorideinfluss. Im Wesentlichen erfolgt eine Korrosion mit Chlorid durch einen Elektronenaustausch zwischen Oberfläche und Stahl. Dadurch verliert dieser an Material. Beim „Kathodischen Korrosionsschutz“ wird dies relativ einfach dadurch behoben, dass man bereits vor dem Stahl eine Kathode in den Beton einsetzt und die Betonoberfläche mit einer Anode versieht. Durch diesen Ladungsausgleich liegt das Bewehrungseisen hinter der Kathode im unbelasteten Bereich und die Korrosion ist gestoppt.

Die Kosten beider Sanierungsmaßnahmen sind weitgehend vergleichbar, dennoch bietet der „Kathodische Korrosionsschutz“ eine bessere Nachhaltigkeit in der Sanierung, da über eine Prüfelektrode am Bewehrungsstahl jederzeit nachgemessen werden kann, ob sich das Spannungsverhalten verändert. Auch im Vorfeld einer Sanierungsmaßnahme wird das Spannungsverhalten durch eine Potenzialmessung ermittelt, um in etwa den Schädigungsgrad des Betons zu bestimmen.