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Wissenswertes

"Wenn Wohnen krank macht" Sendung BF vom 11.03.2012

Einen interessanten Beitrag zum Thema Schadstoffe sendete der Bayerische Fernsehen im Rahmen seiner Sendereihe „Faszination Wissen“ am So, 11.03.2012 um 21:15 Uhr unter dem Titel „Schimmel, Lacke, Lösungsmittel - Wenn Wohnen krank macht“. Weiterlesen …

Völlig neuer Dämmstoff für Innendämmung

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Weiterführende Informationen

Der ARTA Wärmedämmrechner

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Kostenfaktoren

Ein paar Worte vorab

Eine Wärmedämmung ist eine Investition von langer Dauer; noch 1985 wurden Gebäude mit 5 oder 6 cm Polystyrol gedämmt. In der Zeit von 1985 bis heute haben sich die Dämmstoffmaterialien deutlich verbessert - eine "Revolution" ist aber bisher ausgeblieben.

Wer seinerzeit sein Gebäude also gerade entsprechend den damaligen Vorgaben gedämmt hat, sieht sich heute erneut vor die Investitionsfrage gestellt, ob er seine Wärmedämmung verbessern, also erneuern oder aufdoppeln muss.

Denn Maßnahmen am Gebäude "vernetzen" sich meist untereinander und bedingen sich gegenseitig. So hat die Güte der isolierenden Gebäudehülle unmittelbare Folgen für die Möglichkeiten, mit Niedertemperatursystemen und Lüftungssystemen regenerative Heizsysteme optimal nutzen zu können.

Eine Maßnahme an der Dämmhülle sollte also immer mit Blick in die Zukunft erfolgen: Wie lange soll das Dämmsystem seinen Dienst erfüllen und wie werden sich in dieser Zeit voraussichtlich die Anforderungen an den Wärmeschutz verändern und welche Konsequenzen wird das auf die Technologien bei den gesamten Bausteinen des Gebäudes auswirken, also zum Beispiel der Heizung oder den Fenstern.

Es empfiehlt sich daher eher nicht, eine Wärmedämmmaßnahme gerade noch nach dem gesetzlichen Mindeststandard herzustellen.

Noch heute erfüllen die Wärmedämmverbundsysteme "der ersten Stunde" ihren Dienst, wenn sie seinerzeit solide ausgeführt wurden. Eine Lebensdauer von 30 Jahren und mehr ist daher bei entsprechender Pflege durchaus einzuplanen. Und in der Tat: Wurde ein Wärmedämmverbundsystem seinerzeit technisch sehr gut ausgeführt, ist die Verstärkung des Systemes auf heutige Isolierstandards technisch möglich und ökonomisch sinnvoll. Vor allem dann, wenn es im Zuge von ohnehin erforderlichen Pflegeintervallen (Schutzanstrichen) durchgeführt werden kann. Dann steht weiteren 30 Jahren Lebensdauer oder mehr nichts im Wege.

Bei einer solchen Lebensdauer lohnt es sich daher bei der Auswahl der Qualität der Systeme und der vorgesehenen Ausführung nicht am falschen Eck zu sparen!

Lage des Gebäudes

Wärmedämmverbundsysteme sind sehr materialintensiv. Für ein Einfamilienhaus mit 400 qm Fassadenfläche und einer Dämmstärke von 25 cm werden rund 110 Kubikmeter Dämmstoff, je nach System bis zu 4 Tonnen Befestigungs- und Armierungsmaterial und noch rund 1 Tonne Deckputz verarbeitet.

Bei solchen Dimensionen ist leicht nachvollziehbar, dass es eine große Rolle spielt, wie gut ein Grundstück erreichbar ist, wie gut die Verteilwege am Gebäude sind, ob ausreichend ebene Lager, Verteil- und Arbeitsfläche vorhanden ist.

Gebäude mit Hanglage, weiten Entfernungen zur Straße oder gar Bauweise in zweiter Reihe sind entscheidend für die Rüstkosten einer Baustelle.

Da in der Regel teure Geräte eingesetzt werden, ist ein verschließbarer Container notwendig - auch das benötigt Platz.

Bei größeren Gebäuden werden die Klebe- und Armierungsmassen aus Effizienzgründen in tonnenschweren Silos geliefert. Sind - zum Beispiel wegen einer Tiefgarage - die Untergründe um das Gebäude hierfür nicht geeignet und daher Zwischenpumpstationen erforderlich, hat das ebenfalls einen erheblichen Einfluss auf die Kosten der WDVS-Erstellung.

Gebäudegröße und Gliederung

Prinzipiell ist ein größeres Gebäude wirtschaftlicher zu dämmen als ein kleines. Optimierter Einsatz größerer Maschinen, der Einsatz von Silotechniken, größere Arbeitsflächen ermöglichen dies. Auch ist die aufwändige Anbindung der Dachanschlüsse bezogen auf die zu dämmende Fassadenfläche in einem günstigeren Verhältnis als beim kleineren Gebäude.

Viel entscheidender sind allerdings tatsächlich meist ganz andere Faktoren, die bei großen wie bei kleinen Gebäuden günstig oder ungünstig sein können.

Dazu gehören zum Beispiel folgende Fragestellungen:

Vor- und Rücksprünge:

Hat ein Gebäude eine Vielzahl an Vor- und Rücksprüngen, wie zum Beispiel Balkone, Gebäudeversätze oder herausragende Wandscheiben ist der jeweilige Aufwand der Anarbeitung wichtig.

Fugen

Für die Qualität und Langlebigkeit sind Sie besonders wichtig: die richtigen Bewegungsfugen an den richtigen Stellen. Die Fugenausbildungen sind ein entscheidendes Qualitätsdetail

Fenster

Gibt es viele, kleine Fenster. ist die ordentliche und fachgerechte Einbindung ein wichtiger Qualitätsfaktor - und der benötigt Zeit. Auch die abschließende, dekorative und schützende Putzoberfläche ist bei den (kleineren) Fensterlaibungen aufwändiger herzustellen.

Auskragende Bauteile (Wärmebrücken)

Hierzu gehören insbesondere Balkone. Zur sachgerechten Wärmedämmung müssen Sie in das Dämmkonzept mit einbezogen, sprich mit isoliert werden. Dies ist in Abhängigkeit der vorhandenen Konstruktion sehr sorgfältig zu planen. Mitunter kann es wirtschaftlicher sein, die Balkone rückzubauen und durch eine vor das Gebäude gestellte Balkonkonstruktion zu ersetzen.

Brandschutz

Die Sicherheit der Bewohner eines Gebäudes hat immer Vorrang. Entsprechend sind brandschützende Konzepte in eine sorgfältige Wärmedämmkonzeption konsequent mit einzuplanen.

Dazu kann der auch Einsatz generell nicht brennbarer Materialien gehören.

Zu einem guten Brandschutzkonzept gehören immer die folgenden Fragestellungen:

  1. Vermeidung eines Brandüberschlags auf höher liegende Geschosse
  2. Vermeidung eines Brandüberschlags auf nachbarschaftliche Anbauten (Übertrag einer Brandmauer in die Dämmebene)Vermeidung von Durchbränden bei vorgelagerten Fenstern (die komplett in die Dämmebene eingebaut wurden)
  3. und natürlich: Einhaltung baurechtlicher Auflagen (Zum Beispiel dem Einsatz nichtbrennbarer Dämmstoffe bei Hochhäusern)

Materialgüte

Dämmstoffe gibt es viele - bessere und schlechtere. Dabei lässt sich die Güte eines Dämmstoffes nicht nur mit dem Blick auf die Dämmeigenschaften, ausgedrückt in der Wärmeleitfähigkeit, beurteilen.

Zur Güte eines Dämmstoffes gehören auch Faktoren wie Brennbarkeit, Schallschutz, Festigkeit und Formstabilität. Auch nicht verschwiegen werden, das die Herstellung und damit die Sicherstellung gleichbleibender Qualität der Platten ein wichtiges Kriterium darstellt. "Billigplatten" können da in der Regel nicht mit.

Weitere Komponenten sind ebenfalls wichtig für die Qualität und Langlebigkeit eines Wärmedämmverbundsystemes. Dazu gehören zum Beispiel hochwertige Armierungsgewebe, Dübel und insbesondere auch die Fragen zum Oberflächenschutzsystem.

So können billige Gewebetypen im alkalischen Milieu des Putzsystemes mit der Zeit brüchig werden und einfache Dübel Wärmebrücken ausbilden. Das führt dann zu Punktabzeichnungen an der Fassade.

Ein gutes Oberflächenschutzsystem verfügt über ausreichende Reserven, um temperaturbedingte Spannungen an der Oberfläche auch noch nach Jahren aufzunehmen, einen Hagelschlag ohne große Schäden zu überstehen und den Dämmstoff nachhaltig trocken zu halten - denn nur ein trockener Dämmstoff isoliert wirklich gut.

Ebenso wichtig wie die einzelnen Materialien ist aber auch die Komposition der eingesetzten Stoffe. Nicht jedes Material passt mit den anderen, eingesetzten Stoffen so zusammen, dass sie ihre Aufgabe über Jahre hinweg intakt erfüllen können. Die häufig mit billigen Materialien zusammengesetzten "Aktionspreis"-Wärmedämmverbundsysteme sind nämlich - bezogen auf ihre kürzere Lebensdauer - in Wahrheit meistens sehr teuer!

Ausführungsqualität und Detail

Nicht im Flächen kleben, sondern erst in der Detailausführung zeigt sich die eigentliche Qualität eines Wärmedämmverbundsystemes. Diese Details sind aber nur mit zusätzlichen Aufwendungen herzustellen.

Dazu gehören zum Beispiel dauerhafte, dichte Fensteranschlüsse mit entstprechenden Dichtprofilen, die die Bewegungen und termischen Spannungen der Dämmstoffebene mitmachen können. Diese müssen - passend zur Dämmstärke - ein-, zwei- oder dreidimensionale Bewegungen mitmachen können.

Dazu gehören entsprechende Detailausbildungen und/oder Profile an den Flach-/oder Steil-Dachanschlüssen, an den Attiken, an Dachanbauten nachbarschaftlicher Gebäude.

Dazu gehört der Einsatz spezieller Thermodübel und der Einsatz spezieller Aufnahmepunkte für Markisen oder Haken.

Dazu gehört der fachgerechte Einsatz wechselnder Dämmstoffe in Abhängigkeit von der Wasserbeaufschlagung gegen Erdreich sowie auf Terassen und Balkonen.

Dazu gehören sachkorrekte Anbindungen anschließender Bauteile.

Und, und, und.

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