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Wissenswertes

"Wenn Wohnen krank macht" Sendung BF vom 11.03.2012

Einen interessanten Beitrag zum Thema Schadstoffe sendete der Bayerische Fernsehen im Rahmen seiner Sendereihe „Faszination Wissen“ am So, 11.03.2012 um 21:15 Uhr unter dem Titel „Schimmel, Lacke, Lösungsmittel - Wenn Wohnen krank macht“. Weiterlesen …

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Richtig lüften

Richtig Lüften - gar nicht so einfach

Wie lüftet man richtig? Eine Frage, die einfach scheint. So einfach, dass man staunen möchte, wieviele unterschiedliche Aussagen es zu dieser Fragestellung gibt. Obwohl schon (fast) alles gesagt scheint, gibt es doch einige Gesichtspunkte, die mitunter vergessen werden. Daher möchten wir an dieser Stelle die Problematik des Lüftens gerne beleuchten.

Schadstoffe

Meist entsteht der Vorwurf des "falschen" Lüftens im Zusammenhang mit Schimmelbildung im Wohnraum. Durch das zu seltene Lüften könnte die Feuchtigkeit nicht aus dem Raum, daher bilde sich Schimmel in der Wohnung. So einfach - so falsch, weil unvollständig ist diese Aussage.

Zunächst einmal wird gelüftet, um einen Luftaustausch zwischen Außenluft und Wohnraumluft durchzuführen. Damit erfolgt naturgemäß auch ein Austausch von Feuchtigkeit, aber auch von Wärme und - von Schadstoffen, die sich im Wohnraum angereichert haben.

Vielfach bleiben im Zuge der heute oft anzutreffenden Schimmelproblematik gerade die Schadstoffe außer Acht. Dabei sollten gerade Sie im Visier sein.

Zu den Schadstoffen gehören neben zahlreichen "konventionellen" Gerüchen wie Essensgerüche auch solche, die Ausdünstungen aus Kunststoffen (z.B. Folien oder Lackierungen von Möbeln, Laminatböden, Tepppichen, Kunststofffenstern), aus Baustoffen (Leime aus Schichtholz, Holzfaserstoffen), Chemikalien in allerlei Stoffen (Polstermöbel, Vorhänge), auch teilweise bei Naturstoffen (die z.B. gegen Insektenbefall oder brandhemmend vorbehandelt sind), Schadstoffe von offenen Kaminen und anderem mehr. Ergänzt werden kann die Liste durch die Schadstoffe, die der Mensch noch zustätzlich beiträgt: zum Beispiel durch Rauchen aber auch einfach durch "Atmen".

Die Liste der Inhaltsstoffe der Raumluft ist entsprechend sehr umfangreich - lüften geht demnach über die reine Verminderung von ebenfalls in der Raumluft angereicherten Luftfeuchte weit hinaus.

Lüften in der Warm - und in der Kaltperiode

Entsprechend dieser Erkenntnis sollte ein ausreichendes Lüftungspensum eingeplant werden, solange nicht die Schadstoffgefahr von außen größer ist.
Dies ist speziell bei Pollenallergikern in bestimmten Blühphasen der Fall. Ebenfalls im Spätherbst bei waldnaher Bauweise (zu dieser Zeit befindet sich in der Natur durch die Zersetzung des Herbstlaubes die Schimmelproduktion auf dem Maximum). Aus diesem Grund sollten sich Komposthaufen oder Biotonnen auch weitab von Fenstern befinden.

In der Heizperiode sind in Wohngebieten, in denen mit offener Kaminen geheizt wird, die frühen Abendstunden meist problematisch, weil dann alle Heizungen auf Hochtouren laufen und die Aussenluft entsprechend verschlechtern

Prinzipiell empfielt sich ansonsten grundsätzlich ein kontinuierlicher Luftaustausch um sicher zu stellen, dass die Schadstoffe ausreichend abtransportiert werden. (Die Müdigkeit, die sich beispielsweise dann einstellt, wenn sich viele Personen in einem Raum aufhalten, resultiert nicht aus Sauerstoffmangel, sondern aus einer zunehmenden Kohlendioxidkonzentration). Schon ab einer Volumenkonzentration von 0,08 Prozent tritt dieer Effekt ein (ab 2,5 Volumenprozent wirkt Kohlendioxid toxisch).

Kohlendioxid wird auf Grund seiner einfachen Messbarkeit auch häufig als Leitstoff angesehen, um die Luftqualität in einem Raum zu überwachen - zu umfangreiche sind die vielfältigen, anzutreffenden Substanzen. Durch eine Kohlendioxidmessung kann (speziell in öffentlichen Räumen) so ein automatisches System zu Zu- und Abluftsteuerung integriert werden.

In der DIN 1946-6 wird derzeit eine Frischluftzufuhr von 30 cbm Frischluft pro Person gefordert, um einen ausreichenden Luftwechesl zu erreichen.

Lüften Heizperioden

Problematisch ist Lüften dadurch, dass sich mit dem Lüften auch die teuer erkaufte Raumtemperatur "verflüchtigt". Im Sommer also die per Klimaanlage abgekühlte, im Winter die per Heizung aufgewärmte.

Ein Grund, warum vor allem das sogenannte Stosslüften propagiert wird.

Betrachten wir an dieser Stelle zunächst die Lüftungsphase im Winter.

Kipplüften: Wird über einen längeren Zeitraum mit gekipptem Fenster gelüftet, so kühlen die Laibungen an den Fenstern stark ab. Wird das Fenster dann geschossen, streicht die erwärmte Luft über die kühlen Laibungen und - kondensiert dort. Sind an den Laibungen dekorative Wandverkleidungen aus "Papier" (Rauhfasertapeten, Mustertapeten) nehmen diese die Feuchtigkeit auf und stellen einen idealen Nährboden für Schimmelpilze dar.

Stosslüften: Durch Stosslüften kann in kürzester Zeit ein Großteil der Wohnraumluft ausgetauscht werden. Schadstoffe reichern sich in den Zwischenzeiten jedoch sukzessive wieder an. Und auch in Sachen Feuchtigkeit ist dieses Lüften nicht das Allheilmittel. Dazu ein kleiner Ausflug, wieviel Feuchtigkeit in einen Raum abgegeben wird.

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