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Wissenswertes

"Wenn Wohnen krank macht" Sendung BF vom 11.03.2012

Einen interessanten Beitrag zum Thema Schadstoffe sendete der Bayerische Fernsehen im Rahmen seiner Sendereihe „Faszination Wissen“ am So, 11.03.2012 um 21:15 Uhr unter dem Titel „Schimmel, Lacke, Lösungsmittel - Wenn Wohnen krank macht“. Weiterlesen …

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Weiterführende Informationen

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Gefahren im Wohn- und Arbeitsraum

Wenn das Klima in Innenräumen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führt, sprechen die Ärzte vom Sick-Building-Syndrom (SBS). Nach Schätzungen von Experten sind etwa 20 Prozent der Bevölkerung davon betroffen.

Als Ursachen werden Schadstoffe angenommen, die in vielen Innenräumen vorkommen. Mineralstoffe aus Dämmmaterialien, Gifte aus Möbeln, Ausdünstungen von Farben und Klebern von Bodenbelägen werden dafür verantwortlich gemacht.

Gesundheitsbeschwerden durch Schadstoffe

Die Folgen für die Betroffenen sind vielseitig und unangenehm: Kopfscherzen, akute Atembeschwerden, Schwindel, Übelkeit, allgemeines Unwohlsein und verminderte Leistungsfähigkeit sind nur einige davon. Treten Anzeichen für ein SBS auf, z.B. wenn mehrere Bewohner oder Mitarbeiter über dieselben Symptome klagen, sollte ein Arzt für Umweltmedizin zu Rate gezogen werden. Er kann einen Zusammenhang zwischen den Symptomen und den Schad- oder Giftstoffen in den Räumen finden oder ausschließen. Ist der Verdacht auf Schadstoffe begründet, werden in der Regel von einem Fachmann Proben entnommen und im Labor untersucht.

Wie kommt der Schadstoff in die Farbe?

Die heute zumeist eingesetzten Decken- und Wandfarben ebenso wie Lacke, Folien, etc. sind ein hochkomplexes Industrieprodukt. Unterschiedlichste Eigenschaften müssen in einem scheinbar so einfachen Produkt wie z. B. einer Wandfarbe oder einem Textilgewebe heute „eingebaut“ sein: hohe Deckkraft, robuste Oberfläche, Farbtonstabilität und - die Farbe soll auch nach langer Lagerung und Transport bei Hitze und Kälte weder entmischt noch modrig sein, Möbelfolien auch nach vielen Jahren formstabil kleben, reinigungsmittelbeständig, stoß- und kratzfest sein.

Eine Vielzahl an Eigenschaften wird durch hochkomplizierte Produktionsprozesse und Materialrezepturen erreicht. Für alle Inhaltsstoffe gilt aber immer auch das Primat der Wirtschaftlichkeit – was nützt der beste Schrank, die schönste Farbe, der attraktivste Teppich, wenn er vom Kunden letztlich nicht mehr bezahlt werden kann.

Auf diesem Drahtseil-Akt bewegt sich die hochkomplexe Produktion moderner Werkstoffe und gibt leider viel zu oft dem Primat der Kostenreduktion und der „Geiz ist geil“-Mentalität nach.

Wer sonst keine Argumente hat, verkauft eben billig, importiert aus Fernost und macht bei der Rohstoffprüfung lieber beide Augen zu und so gibt es über Inhaltsstoffe immer zwei Wahrheiten.

Schadstoffe aus "Versehen"

Zum einen bestehen die Produkte heute aus einem hochkomplizierten Material-Mix, der im Ergebnis eben vielfach auch Substanzen enthält, die teilweise nur für die eigentliche Produktion notwendig waren, für das fertige Produkt aber eher überflüssig sind – Entschäumungsmittel zum Beispiel. Oder die bestimmte Eigenschaften im Produkt sicherstellen, aber trotz alledem durchaus auch ihre Nachteile haben – so zum Beispiel Weichmacher, die dafür sorgen, dass Kunststoffe nachgiebig und elastisch bleiben, die aber eben leider auch im Laufe der Zeit an die Raumluft abgegeben werden und damit zu einer Belastung der Luft führen können. Sichtbar wird dies erst, wenn dies über die Ablagerung an Decken und Wandflächen zu dem „Schadensbild Fogging“ führt.

Ein zweiter wichtiger Punkt ist jedoch die Einschleppung von Schadstoffen durch die Rohstoffe. Viele Hersteller beziehen bei der Produktion ihrer Waren fertige Halbstoffe/Halbzeuge von Vorlieferanten, die ihrerseits wiederum bereits fertige Mixturenmischungen oder –produkte einkaufen. Im Farbbereich sind es zum Beispiel Pigmentpräparationen – gebrauchsfertige Pigmentlösungen – bei denen dies gebräuchlich ist. Über die Inhaltsstoffe dieser „Halbzeuge“ wissen die Farbhersteller meist selber recht wenig und so ist die Gefahr, dass über solche Stoffe Inhaltsstoffe/Schadstoffe in ein Produkt eingeschleppt werden, die eigentlich gar nicht gebraucht/gewünscht sind sehr groß.

Nur Hersteller, die eine entsprechende Sorgfalt bei der Prüfung ihrer Vorlieferanten durchführen, werden auf Dauer sicherstellen können, dass keine ungewünschten Substanzen in ihren Endprodukten Einzug finden.

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